top of page

Reif für die Insel



Es ist September und der Urlaub ist vorbei. Das war's mal wieder für diesen Sommer.


Die Herkunft des Wortes Urlaub ist laut Duden: urloup (mittelhochdeutsch) = Erlaubnis (wegzugehen), zu erlauben.

Wir bekommen also die Erlaubnis, wegzugehen oder wir erlauben es uns selbst.

Wir reisen ans Meer, in die Berge in andere Städte. Entspannung, Selbstbestimmung und angenehme Erlebnisse tragen zu einer Erhöhung des Urlaubseffektes bei.


Was ist denn gemeint mit Urlaubseffekten? Das Gefühl von Gesundheit und Wohlbefinden lese ich weiter. Zudem bekommen wir im Urlaub meist mehr Sonnenlicht ab, wodurch die Produktion des Neurotransmitters Serotonin steigt: Wir werden gelassener, ruhiger, zufriedener.


Studien zeigen, dass Urlaubseffekte bis zu drei Wochen anhalten, wobei viele Effekte leider nach einer Woche schon wieder verblasst sind, sagt Psychologin Prof. Carmen Binnewies.


Nach einer Umfrage, die von der KKH Kaufmännische Krankenkasse Hamburg veröffentlicht wurde, fühlt sich jeder Zweite von 1.026 Befragten im Alter von 18 bis 70 Jahren nach seinem Jahresurlaub nur ein paar Tage lang entspannt, bevor ihn der Alltagsstress wieder im Griff hat. Neun Prozent fühlen sich sogar sofort nach dem Wiedereinstieg in Alltag und Arbeitsleben erneut urlaubsreif. Das gilt übrigens völlig unabhängig davon, wie lange man verreist war.


Nach drei Wochen, nach ein paar Tagen oder sofort nach Arbeitsbeginn sind wir also wieder auf Vorurlaubsniveau. Ein interessantes Wort.


Urlaubsreif. Reif für die Insel.

Wir fühlen uns dann ungesund, nicht wohl, gestresst, unruhig und unzufrieden.

Der Alltag, ein Erholungskiller. Die Arbeit anscheinend auch.


Das psychologisches Modell DRAMMA versucht zu erklären, wodurch die größte Erholungswirkung in unserer Freizeit und im Urlaub zustande kommt. Es besteht aus fünf Säulen, die uns zeigen, wie wir uns am besten erholen und auch zufrieden sind.


R (recovery): Entspannung - körperlich und geistig

A (autonomy): Selbstbestimmtheit, Unabhängigkeit - die Zeit selbst einteilen

M (mastery): Herausforderung - etwas Neues lernen

M (meaning): Bedeutung - Sinnhaftigkeit des alltäglichen Lebens

A (affiliation): Zugehörigkeit - Verbindung mit anderen Menschen

Wie wäre es, dieses Modell auf unser gesamtes Leben anzuwenden?

Alles spricht für Alltagsinseln oder einen Alltag mit viel Raum zur Entspannung auf allen Ebenen. Eine selbstbestimmte und sinngebende Arbeit mit inspirierenden Herausforderungen, die uns mit anderen Menschen verbindet.


Und sich erlauben, im Stadtpark in der Hängematte die Sonne zu genießen. Täglich.










Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Meditieren

1 Comment


Was für eine schöne Idee!! Lieben Gruß aus der Toskana 🍷🍀💕

Like
bottom of page