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Klar, entschieden und zutiefst liebevoll.

16. Jan.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen


Als ich damit begann, achtsames Selbstmitgefühl (MSC) zu praktizieren und zu unterrichten, war ich vor allem von seiner Sanftheit berührt. Endlich - und vielleicht das erste Mal in meinem Leben - habe ich mir wirklich erlaubt, innezuhalten und mich zu trösten, wenn es mir nicht gut ging. Ich habe praktische Tools bekommen, um freundlicher und mitfühlender mit mir umzugehen.

Und im Laufe der Jahre gelingt es mir immer öfter, mich mir selbst in schwierigen Augenblicken von Erschöpfung, Krankheit und Selbstkritik wohlwollend zuzuwenden. Dieses nährende, liebevolle Selbstmitgefühl hat mein Leben verändert und meine Arbeit tief geprägt.


Und irgendwann tauchten bei mir selbst und auch bei Kursteilnehmer*innen Fragen auf. Was ist mit den Situationen, in denen Sanftheit allein nicht ausreicht. Wie oft sagen wir freundlich „Ja“, obwohl der Körper schon längst „Nein“ sagt. Vor allem auch, wenn wir als Frauen sozialisiert wurden. Wie oft schweigen wir, obwohl innerlich etwas protestiert und unsere Grenzen eigentlich schon überschritten wurden. Wie kann uns Selbstmitgefühl helfen für uns selbst einzustehen und ins Handeln zu kommen?


Und dann begann das nächste Abenteuer: Die kraftvolle Dimension des Selbstmitgefühls.


Selbstmitgefühl als Fundament, um kraftvoll ins Handeln zu kommen

Selbstmitgefühl wird meist vor allem mit Weichheit, Wärme und Nachsicht verbunden. Doch echtes Mitgefühl für uns selbst schließt auch ein, Grenzen zu ziehen.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Freundin, in dem etwas für mich nicht stimmte. Früher hätte ich vielleicht geschwiegen und mich innerlich geärgert. Mittlerweile kann ich mir schneller eingestehen, wie es mir tatsächlich geht (das ist die Achtsamkeit) und mich fragen, was ich brauche (Selbstfreundlichkeit) und mit etwas Mut auch ruhig ansprechen, was für mich nicht in Ordnung war.


Mein eigenes Erleben würdigen und nicht aus einem Gefühl der Angst, Wut oder Rechtfertigung reagieren. Und mich genügend sicher fühle, es auch anzusprechen.

Das ist kraftvolles Selbstmitgefühl in Aktion. Klar, entschieden und zutiefst liebevoll mir selbst gegenüber.


Wut als lebendige, schützende Kraft

In vielen von uns wurde Wut früh unterdrückt – später auch machmal in spirituellen oder helfenden Kontexten. Durch beherztes Selbstmitgefühl lernen wir, dem Gefühl von Wut erst einmal Raum zu geben und es dann, wenn es gewürdigt wurde, als Verbündete zu verstehen. Wenn Wut mit Achtsamkeit und Mitgefühl gehalten wird, wird sie nicht zerstörerisch. Sie zeigt uns, wo etwas geschützt werden will, wo ein Bedürfnis übergangen wurde.

Wir können lernen, die Wut zu fühlen und ihr zuzuhören:

Was ist hier wichtig?

Wofür stehe ich ein?

So wird aus Wut eine lebendige Kraft, die uns aufrichtet anstatt uns zu verbittern oder zu verhärten.


Selbstfürsorge und Motivation

Kraftvolles Selbstmitgefühl zeigt sich im Alltag, wenn wir bewusst für uns sorgen: Eine Pause machen, obwohl noch viel zu erledigen ist. Ein Gespräch führen, das ich lange vermieden habe. Ein Nein aussprechen, obwohl ich Angst habe, jemanden zu enttäuschen oder abgewiesen zu werden.

Das sind keine großen Gesten. Und sie verändern etwas Grundlegendes in meiner Haltung: Ich beginne, mich selbst ernst zu nehmen. Und daraus entsteht diese kraftvolle, neue Motivation: Wir tun Dinge nicht mehr aus Druck oder Schuld, sondern weil uns unser eigenes Wohl am Herzen liegt.


Veränderung wagen

Wenn wir die Kraft des Selbstmitgefühls erlauben, entsteht eine natürliche Bewegung nach außen. Ich erlebe das immer wieder – bei mir selbst und bei Menschen in den Kursen. Es entsteht der Mut, die eigene Stimme zu erheben: In Beziehungen, in der Arbeit, in gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Kraftvolles Selbstmitgefühl hilft uns, Veränderung zu wagen.


Sanft und kraftvoll

Der Weg des Selbstmitgefühls lädt uns ein, die Sanftheit des Herzens zu fühlen und kraftvoll für uns einzustehen. Es ist eine balancierte und fürsorgliche Kraft, die nachhaltige Veränderung bewirkt.



Durch diese angeleitete Meditation kannst du die beiden Aspekte des Selbstmitgefühls auf eine verkörperte Weise zu erleben.


Der auf der Arbeit von Kristin Neff basierende Fierce Self-Compassion FSC Kurs (in deutsch Beherztes Selbstmitgefühl) bietet einen geschützten Rahmen, um die kraftvolle Dimension des Selbstmitgefühls gemeinsam mit anderen zu erleben und zu erforschen – eingebettet in Achtsamkeit, Meditation, gemeinsames Erforschen, Austausch und ganz konkrete Übungen für den Alltag.



 
 
 

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